2015 im Rückblick, Teil 2

Bisherige Tiefsttemperatur: -9°C

LumaLuma2 Luma apiculata. Die Blätter dieser Pflanze haben den tiefen Frost im Gegensatz zur Ugni molinae nicht überlebt. Scheint weniger winterhart zu sein. Die Beeren sind allerdings sehr interessant; sie haben eine einzigartige trockene Konsistenz (soweit ich das von der einzelnen Beere beurteilen kann, die gewachsen ist).

Maianthemum Maianthemum2Maianthemum stellatum. Sehr leckere Beeren mit einem Geschmack nach Melasse. Tragen besser, wenn sie bestäubt werden. Für schattige Plätze.

Mitchella repensMitchella repens. Hat bisher nur geblüht nicht gefruchtet. Langsam wachsender Bodendecker.

MuehlenbeckiaMuehlenbeckia axillaris. Bodendecker mit winzigen Beeren. Ist mir wahrscheinlich eingegangen, weil es am Standort zu feucht war.

NothofagusNothofagus antarctica. Schönes Bäumchen.

Oelweide Oelweide2 Oelweide3Elaeagnus umbellata. Sehr schöne Beeren, adstringierend. Braucht einen Befruchter, bildet aber auch alleine ein paar wenige Beeren. Stickstoffsammler.

PawPaw PawPaw2Asimina triloba. Alias Pawpaw. Braucht einen Befruchter. Langsam wachsend.

PerillaPerilla frutescens. Intressantes japanisches Gewürz. Schmeckt minzig. Erträgt keinen Frost.

Pernettya Pernettya2Gaultheria mucronata. Sehr empfehlenswerte Beerenpflanze. Trägt eine Unmenge an Früchten. Braucht aber mindestens eine männliche Pflanze, die keine Beeren trägt. In Mengen genossen werden sie bitter. Die pinken Früchte sind süsser als die weissen.

Podophyllum Podophyllum2 Podophyllum3Podophyllum peltatum. Schneckenanfällig. Bisher nur geblüht, nicht gefruchtet.

ProstantheraProstanthera cuneata. Ist mir im Sommer eingegangen. Guter Geschmack.

ProteaProtea subvestita. Die Protea-Arten keimen erstaunlich einfach. Die Sämlinge haben Frost bis -4°C locker weggesteckt.RubusRubus phoenicolasius. Zuverlässige Rubus-Art. Guter Geschmack, trockener als Himbeeren.

SaxifragaSaxifraga stolonifera ‚Kinki Purple‘. Schöne Pflanze. Gut winterhart. Anscheinend essbar, aber kein toller Geschmack.

SchisandraSchisandra chinensis. Bisher nur geblüht, nicht gefruchtet. Braucht wahrscheinlich einen Bestäuber. Treibt erstaunlich früh aus, verliert aber auch früh die Blätter.

Szechuanpfeffer Szechuanpfeffer2Zanthoxylum simulans. Empfehlenswerte Pflanze. Bisher nicht geblüht. Braucht wahrscheinlich einen Bestäuber. Die Blätter sind aber essbar. Sehr guter Geschmack. Hier gilt seltsamerweise: Je älter die Blätter, desto besser der Geschmack. Die Stacheln stören aber den Genuss.

Tasmannia Tasmannia2Tasmannia lanceolata. Haben die -9°C gut weggesteckt. Die Blätter sind unbeschädigt. Die Trockenheit im Sommer war ärger.

TriteleiaTriteleia laxa. Wahnsinnig schöne Blütenfarbe, welcher das Foto in keinster Weise gerecht wird. Tiefstes Blau. Gut winterhart.

2015 im Rückblick, Teil 1

AccaAcca sellowiana. Hat zwei Winter an der Hauswand gut überstanden.

Argentinische Myrte Argentinische Myrte2Argentinische Myrte. Wurde mir als Myrteola nummularia verkauft. Sieht eher wie eine Myrtus communis aus. Ist mir im Sommer eingegangen.

AraliaAralia cordata. Wurde von Schnecken weggefressen.

Aronia Aronia2 Aronia3 Aronia4Aronia melanocarpa „Viking“. Fruchtet schon als kleine Pflanze.

AristoteliaAristotelia chilensis. Zweijährig, aus Samen gezogen. Wächst sehr schnell. Dieses Jahr ausgepflanzt. Hat den Winter bis jetzt gut überstanden.

Berberitze1 Berberitze2 Berberitze3Berberis koreana „Rubin“. Gute, saure Beeren. Vielversprechend.

BerkheyaBerkheya purpurea. Aus Samen gezogen.

BillardieraBillardiera longiflora. Die Beeren haben auch mit Kochen keinen Geschmack. Allerdings wird die Konsistenz besser und die Farbe bleibt erhalten. Ausgepflanzt.

Bulbine frutescens Bulbine frutescens2Bulbine frutescens. Aus Samen gezogen (schwierige Keimung). Wächst schnell. Hatte keinen Platz, darum ausgepflanzt (obwohl sie als Pflanze für USDA-Zone 9 gilt), bis jetzt gut überstanden.

CephalotaxusCephalotaxus harringtonia.

CommelinaCommelina communis. Aus Samen gezogen. Essbar, aber kulinarisch wenig interessant.

CrataegusCrataegus orientalis.

CystusCistus incanus ssp. tauricus. Ist mir im Sommer eingegangen.

DianellaDianella brevicaulis. Aus Samen gezogen. Ein Exemplar bereits ausgepflanzt, lebt noch.

ErbsenHübsche Erbsenkreuzung. F1-Generation.

Fuchsia Fuchsia2Fuchsia „Phyllis“. Diese Fuchsiensorte soll die beste Fruchtqualität haben. Die Beeren schmecken nach meiner Erfahrung furchtbar.

GranatapfelPunica granatum „Nana“. Ausgepflanzt.

GunneraGunnera magellanica. Bereits seit zwei Jahren im Freiland. Wächst aber aus irgendeinem Grund nicht gut.

Hebe Hebe2 Hebe1Verschiedene Heben: Hebe buxifolia, Hebe pinguifolia.

JiaogulanGynostemma pentaphyllum.

Kornellkirsche1 Kornellkirsche2KornellkirscheCornus mas „Kazanlak“.

Edit: Lasst uns die Blaue Apfelbeere zum Fruchten bringen!

In einem früheren Post habe ich über meine ersten Erfahrungen mit der Blauen Apfelbeere berichtet. Ich fand, dass sie geschmacklos ist, und habe mir für nächstes Jahr überlegt, ob sie vielleicht unreif besser schmeckt.

Billardiera2

Die Beere wird auch von anderen GärtnerInnen im rohen Zustand als fade beschrieben. Ich habe aber nach langem Stöbern im Netz einen Blog gefunden, der ein brauchbares Rezept für Billardiera longiflora liefert:

http://www.motherfoccacia.blogspot.ch/2011/04/bush-fruit.html

Dort wird aus den Beeren Jam (Konfitüre) gemacht. Die Frucht muss also gekocht werden und hat dann einen starken Apfelgeschmack. Nächstes Jahr wird das ausprobiert!

Grüne Grüsse!

Lasst uns Karamellbeeren naschen!

Die Karamellbeere (Leycesteria formosa) wird häufig als Zierpflanze verwendet aufgrund ihrer schönen Blütenrispen.

LeycesteriaLeycesteria2Sie bloss als Zierpflanze zu verwenden wäre aber fast ein Verbrechen, denn das Beste an ihr sind die Beeren.

Leycesteria3Leycesteria4Die Beeren haben – wie der Name andeutet – einen Karamellgeschmack. Aber, und hier muss ein grosses Aber hin, die Karamellbeere ist erst geniessbar, wenn sie wirklich reif ist, und wehe, man isst sie davor. Die Frucht ist reif, wenn sie ganz plump und weich ist und eine dunkelbraune Farbe hat. Dann ist sie süss (aber nicht so süss wie echter Karamell) und schmeckt wie Karamell, mit winzigen Samen, die den Genuss überhaupt nicht stören. Isst man sie aber vor ihrer Reife, sind die Beeren scharf, herb und ungeniessbar.

Die Pflanze hat also zwei Probleme: Sie ungeniessbar, wenn sie nicht reif ist. Und wenn sie reif ist, kann man sie nicht lagern, weil extrem weich.

Für mich wird sie deshalb blosses Kuriosum im Garten bleiben und keine Pflanze, die ich züchten/verbessern möchte. Der Genuss einer unreifen Beere hat mit die Lust darauf gehörig verdorben.

Die Pflanze ist übrigens winterhart, friert aber in kalten Gegenden bis auf den Wurzelstock ab und treibt dann wieder aus.

Grüne Grüsse!

Lasst uns mit Myoga den Mund verbrennen!

Ganz so schlimm wie es der Titel andeutet, war es dann doch nicht. Aber lasst uns von vorn beginnen:

Letztes Jahr habe ich mir Japanischen Ingwer oder Myoga (Zingiber mioga) besorgen können. Der Name sagt schon alles: Es ist eine Ingwerart, die in Japan heimisch ist.

Ich war mir nicht ganz sicher, ob die Pflanze winterhart ist. Darüber gibt es nämlich recht unterschiedliche Meinungen. Und trotz mildem Winter musste ich lange befürchten, dass die Pflanze ihn nicht überlebt hat. Dann endlich, im April (oder war es schon Mai?) ist die Pflanze endlich ausgetrieben. Und nicht nur das; sie hat sich auch schon ein Stück weit ausgebreitet.

MyogaZuerst wie Bambusspitzen sieht die Pflanze danach beinahe tropisch aus:

Myoga2Im Unterschied zum altbekannten Ingwer werden in Japan nicht die Wurzelstöcke des Myoga gegessen, sondern die Blütenknospen und teilweise die Triebspitzen.

Myoga3Recht speziell ist, dass die Blüten nicht an der Pflanze wachsen, sondern direkt aus dem Boden kommen. Die Blüte beginnt spät, erst Mitte September.

Myoga4Gekocht wie roh schmeckt die Blütenknospe scharf nach Ingwer, aber auch bitter (gekocht ein bisschen weniger). In Japan gilt Myoga als Delikatesse. Ich habe mich noch nicht entscheiden können, ob ich dieses exotische Gemüse wirklich mag.

Grüne Grüsse!

Lasst uns die Blaue Apfelbeere zum Fruchten bringen!

Zwei Jahre nach der Keimung hat die Blaue Apfelbeere (Billardiera longiflora), eine australische Nutzpflanze, geblüht und gefruchtet. Recht schnell für eine Beerenpflanze. Es gab am Ende zwar nur zwei Blüten und Beeren, aber immerhin.

BillardieraBillardiera3Billardiera2Die Blüten sind blassgelb und länglich, wie der lateinische Name der Pflanze andeutet, Die Pfanze ist glücklicherweise selbstfruchtbar. Die herzförmigen Beeren, die ab August ausreifen, verfärben sich von weiss zu einem stechenden Blauviolett.

Von einem Apfelgeschmack fehlt jedoch bei der reifen Beere jede Spur. Von jedem Geschmack, um ehrlich zu sein. Ich habe gelesen, dass die Beere bei der Reife den Geschmack verliert und schwammig wird. Das trifft zu. Aber ob die Beere überhaupt einen Geschmack hatte to begin with, muss ich nächstes Jahr nachprüfen. Ich werde sie dann degoustieren, wenn sie noch weiss ist.

Dafür habe ich ein paar Samen gewinnen können. Bis jetzt sind sie allerdings noch nicht gekeimt.

Grüne Grüsse!

Lasst uns Ligularia kennenlernen!

Ligularien (Ligularia sp.) sind recht häufig anzutreffen in den Gärten. Wer von denjenigen, die sie anbauen, weiss aber, dass sie essbar sind? Wer schon mal von einer dieser Pflanzen gekostet hat, würde daraus nicht unbedingt den Schluss ziehen, dass es sich um eine wirklich essbare Wildpflanze handelt. Wieso? Sie hat einen ziemlich eigenartigen Geschmack.

Bei mir im Garten wächst die Art Ligularia fischeri. Sie stammt aus Korea; dort und im restlichen Osten Asiens werden Ligularien als Wildgemüse und Heilpflanze genutzt.

Ligularia Ligularia2

Ligularia fischeri ist eine grosse, wüchsige Pflanze, die es eher schattig und feucht mag. Bei Hitze welkt sie, was etwas unschön aussieht, aber der Pflanze nicht schadet. Im August und September beginnt L. fischeri zu blühen, mit schönen, grossen Blütenkerzen. Die Pflanze ist etwas anfällig auf Schnecken, jene fressen Löcher in die Blätter, richten aber sonst keinen grösseren Schaden an.

Ich habe L. fischeri sowohl roh als auch gekocht gegessen. Roh schmeckt sie mir zu stark, zu gewöhnungsbedürftig. Gekocht hat sie einen dezenteren Geschmack. Der minzige Nachgeschmack bleibt jedoch, was die Pflanze kulinarisch interessant macht. L. fischeri hat nicht direkt einen Pfefferminzgeschmack, sondern besitzt eine erfrischende, mentholartige Note.

Ich kann euch nur sagen, probiert eure Ligularien!

Und Grüne Grüsse!