Lass uns Gen!

Vor einigen Monaten habe ich einige Akzessionen aus einer Genbank bestellt und endlich sind sie da! Aus dem fernen Kolumbien, wo das CIAT (Centro Internacional de Agricultura Tropical) fleißig forscht, sind die Bohnensamen zu mir nach Hause gekommen. Drei verschiedene Bohnensorten habe ich nun bekommen, schon im letzten Jahr habe ich welche bestellt und bekommen., nun habe ich insgesamt 7 Bohnensorten von der CIAT Aber das sind nicht irgendwelche Bohnen, ich meine, die CIAT besitzt die weltweit größte Sammlung an Bohnensorten, da habe ich mir schon etwas gedacht, als ich sie bestellt habe. Um an das Saatgut heranzukommen, braucht es bei der CIAT etwas mehr Geduld als zum Beispiel bei der Genbank Gatersleben. Ich musste übers E-mail den Grund für Bestellung und was ich damit vor habe usw., und zwar auf Englisch. Aber sie sind sehr nett und persönlicher als die andern Genbanken. Wie lange es gedauert hat, habe ich mir nicht aufgeschrieben, aber es hat wohl doch mehr als einen Monat gedauert, bis ich die hübschen Böhnchen in den Händen halten konnte. Nun will ich euch nicht mehr länger auf die Folter spannen und damit herausrücken, was ich denn da erhlten habe:

Das hier ist die einzige Sorte, von der ich sicher sein kann, dass sie Ertrag bringen wird. Sie stammt nämlich ursprünglich aus Slowenien und wird somit auch unter mitteleuropäischen Lichtbedingungen blühen. Die Sorte heißt „Beli Turski Fizol“ und ist eine Feuerbohne. Mir gefällt die außergewöhnliche Färbung, die nicht einfach schwarz ist, wie man auf den ersten Blick vielleicht vermuten würde, sondern es sieht für mich so aus, als wäre auf die dunkle Grundfarbe ganz leicht mit heller Farbe draufgesprüht worden.

Diese Bohne ist trotz ihres unscheinbaren Äußeren etwas ganz Besonderes. Es ist eine Nuña-Bohne! 5 meiner 7 Bohnensorten sind Nuñas. Den Nuñas könnte man auch Pop-Bohne sagen, ganz wie ihrem Mais-Äquivalent. Denn sie besitzen die Eigenschaft, wenn man sie brät, zu poppen wie Popcorn (anscheinend nicht ganz so explosiv). Wie so vieles ist diese Unterart der Gartenbohne (Phaseolus vulgaris) in den Anden Südamerikas gezüchtet worden, das ist aber gerade auch ihr Problem, sie reagiert anscheinend sensibel auf die Lichtverhältnisse. Die Nuña ist eine Kurztagpflanzeund blüht möglicherweise nicht, während den hiesigen, langtägigen Sommertagen. Bei den ersten Bohnen die ich bei CIAT bestellt habe, achtete ich nicht auf den Breitengrad des Herkunftortes, doch bei der zweiten Bestellung suchte ich die am weitesten vom Äquator entfernten Breitengrade des Herkunftortes der Bohnen. Mehr als -18° habe ich aber nicht gefunden und muss einfach ganz fest hoffen, dass darunter eine auf die Lichtverhältnisse unsensible Sorte befindet. Was noch gesagt werden muss, ist, dass Nuñas auch viel wirtschaftlicher sind, da sie durch das Braten eine viel kürzere Kochzeit haben als konventionelle Bohne, die Stunden gekocht werden müssen, bis sie gar sind und somit viel mehr Brennmaterial benötigen.

Die abgebildete weiße Nuña-Sorte heißt „K’Opuru (Aiquile)“, in Klammern steht der Zusatzname, den ich ihr gegeben habe, da ich im Besitz einer zweiten Sorte mit dem selben Name bin. K’Opuru ist vermutlich einfach ein anderer Name für Nuña. Aiquile ist derName der Ortschaft, wo die Akzession aufgelesen wurde und befindet sich in Bolivien.

Eine weitere Nuña-Sorte mit dem Namen „K’Opuru (Rackaypampa)“. Die Farbe finde ich etwas ansprechender als die rein weiße Sorte. Sie stammt aus Bolivien, genauer aus Rackaypampa.

Diese wunderschöne Sorte wird schlicht mit „Nuña“ betitelt ich habe ihr deshalb einen Zusatznamen gegeben: „Nuña (En Quiroga)“. Aus Bolivien. Besonders gefällt mir, dass die Bohne um den Nabel leicht rötlich gefärbt ist.

Eine von zwei Nuña-Sorten, bei denen ich nicht auf den Breitengrad geachtet habe und die deswegen noch viel weniger wahrscheinlich fruchten werden. Sie heißt „Nuña Huevo De Huanchaco“, aus Peru. Ich finde sie aus, wie aus Porzellan gemacht.

Die zweite Nuña-Sorte, bei der ich nicht auf den Breitengrad achtete. Sie wird offiziell „Nuña Vaquita Rosada“ genannt, auch aus Peru. Hübsch rosenfarben-gefleckt.

Die meiner Meinung nach schönste Bohnensorte der Welt: „Pintado Morado“. Es keine Nuña, sondern eine einfache Stangenbohne. Aber eben auch aus einem äquatornahem Land (Peru) und deshalb ist es unwahrscheinlich, dass sie fruchten wird. Schade! So schlicht und doch elegant, wie keine andere. Jede Sorte, die mit Dalmatiner umschrieben wird, verblasst im Schatten dieser einzig wahren Dalmatinerbohne.

Bald werde ich die Bohnen im Haus säen, um ihnen einen Vorsprung zu verschaffen und sie vielleicht doch noch zum ausreifen bringen. Hoffen wir das Beste!

Grüne Grüße!

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1 Kommentar zu „Lass uns Gen!“

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