Lass uns Andenlupinen essen!

Die Andenlupine (Lupinus mutabilis), auch Tarwi genannt, ist eine alte Nutzpflanze und stammt, wie der Name andeutet, aus den Anden. Ich habe sie dieses Jahr in meinem Garten angepflanzt und konnte genug davon ernten, um eine Handvoll davon zu essen. Aber zuerst zu meinen Erfahrungen mit dieser Lupinenart.

Negatives:

-Sie ist schneckenanfällig wie alle Lupinen. Und sie wird, auch wenn sie grösser ist, noch gerne von den Schnecken angefressen.
-Sie ist mehltauanfällig. Im Spätsommer sind meine Pflanzen von Mehltau befallen worden. Interessanterweise haben sie sich nach einiger Zeit wieder davon erholt.
-Die Samen sind bitter. Aber darauf komme ich noch zu sprechen.

Positives:

-Die Blüten blühen in allen Blau- und Violetttönen, manche sogar rosa. Und sie duften angenehm nach Honig.
-Die Samen können sehr schöne Muster haben.
-Der Ertrag ist relativ gross dafür, dass das Saatgut aus der Genbank stammt, was in den meisten Fällen bedeutet, dass die Ernte nur für eine Nachzucht reicht.
-Die Pflanzen werden sehr gross. Sie bilden praktisch einen einjährigen Strauch. Die Äste knicken dadurch aber auch recht schnell ein, was eigentlich ein negativer Aspekt ist.

Ich werde die Andenlupine auch nächstes Jahr wieder anbauen; sie steht aber auf der Kippe, die Evaluation dauert also noch an.

Nun zum Kulinarischen:

Die Lupinensamen sind bitter (ich versuche aber, sie mit den nicht-bitteren Sorten, die wenig Ertrag gegeben haben, zu kreuzen). Die Bitterstoffe sind giftig und müssen entfernt werden. Im Internet erfährt man, dass man sie mehrere Tage im Wasser einlegen muss, um die Bitterstoffe herauszuschwemmen. Das hat nicht geklappt. Einige Samen fingen an zu keimen, und sie blieben trotzdem bitter. Was tun?

Ich habe eine effektivere Methode gefunden. Die Lupinen müssen einfach sehr, sehr lange gekocht werden und das Wasser muss dabei immer wieder gewechselt werden. Man sieht dann, wie die Bitterstoffe das Wasser gelblich färben; das ist dann auch der Zeitpunkt, um das Wasser zu wechseln. Irgendwann sind die Samen nicht mehr bitter und können gefahrenlos gegessen werden:

Mit etwas Salz ergeben sie einen wunderbaren Snack oder eine gesunde Beilage. Wie man sieht, behalten sie ihre schöne Musterung, auch wenn sie stundenlang gekocht worden sind. Im Geschmack sind sie den normalen Lupinen ähnlich, die besonders im Mittelmeerraum beliebt sind. Ich finde, sie schmecken etwas nussiger als diese.

Ach ja, wer Interesse hat, kann natürlich etwas Saatgut von mir bekommen.

Grüne Grüsse!

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