Lass die Quamash blühen!

Im Garten blühen die Quamash, eine Nutzpflanze, die von den Ureinwohnern Nordamerikas kultiviert wurde. Seit April konnte ich ihre hellblauen Blüten bewundern. Es ist klar, weshalb sie hierzulande als Zierpflanze verkauft wird. Bei dieser Quamash-Art handelt es sich um die Camassia cusickii, die – so viel ich gehört habe – weniger gut schmeckt als die bekanntere Camassia quamash. Dafür hat sie grössere Zwiebeln. Die verschiedenen Quamash-Arten lassen sich laut dem berühmten Pflanzenzüchter Luther Burbank einfach miteinander verkreuzen. Es könnte also durchaus interessant sein, die Arbeit Burbanks fortzusetzen und in diese Richtung zu züchten, um eine Nutzpflanze zu bekommen, die sowohl einen hohen Nutz- als auch einen hohen Zierwert hat.

Quamash

Deutlich weniger auffällig ist die Mango-Trespe (Bromus mango), die entgegen ihrem Namen nichts mit der tropischen Mangofrucht zu tun hat. Der Name dieser Getreideart kommt von der traditionellen Bezeichnung aus der Sprache der Mapuche (Ureinwohner Chiles), welche diese Pflanze angebaut haben. Sie wird zwei- bis mehrjährig kultiviert, was für Permakulturenthusiasten interessant sein könnte. Ich konnte die Mango-Trespe problemlos aus Samen ziehen:

BromusMango

Eine weitere Nutzpflanze der Mapuche aus dem südlichen Südamerika ist die Madia sativa. Sie werden ursprünglich für ihre ölhaltigen Samen kultiviert wie in Europa der Lein; ich habe aber gemerkt, dass das Kraut der Pflanze einen würzig-ätherischen Geschmack hat, der an Pfefferminze erinnert. Sie könnte also mehrere Verwendungszwecke besitzen.

Die Madia kann gut aus Samen gezogen werden. Da ich aber nur wenig Saatgut hatte, habe ich sie im Topf vorgezogen und erst später in den Garten ausgepflanzt. Ich weiss deshalb nicht, wie standfest sie gegen Schnecken ist.

MadiaSativa

Eine bekanntere Nutzpflanze aus Südamerika ist die Maca (Lepidium meyenii). Ich versuche es dieses Jahr noch einmal mit dieser etwas heiklen Pflanze. Aber für meinen Garten eignet sie sich nicht; letztes Jahr wurden meine Maca-Pflänzchen während der Blüte von den Schnecken überfallen. Ich kultiviere sie deshalb im Topf, um wenigstens einmal davon zu kosten. Übrigens verträgt diese Pflanze (aus meienr Erfahrung) Trockenheit nicht besonders gut, obwohl man meinen könnte, dass sie es von ihrer Heimat, den Hochanden, gewohnt sein müsste.

Maca

Dieses Jahr konnte ich endlich an ein paar Knollen der Knolligen Kapuzinerkresse oder Mashua (Tropaeolum tuberosum) gelangen. Diese Nutzpflanze stammt ebenfalls aus den Anden und wurde schon von den Inkas angebaut. Sie ist, wie der Name besagt, mit der Kapuzinerkresse verwandt, die man fast in jedem Garten findet und sieht ihr auch entsprechend ähnlich. Ein Problem vieler Sorten dieser Pflanze ist, dass sie ihre Knollen erst unter Kurztagsbedigungen ausbildet. Die Sorte „Ken Aslet“ ist neutral gegenüber der Tageslänge; man kann sie manchmal als Zierpflanze kaufen. Die Knollen haben aber leider keine besonders knallige Farbe wie bei anderen Sorten.

Mashua

Nachdem der Pfirsichbaum geblüht hat, bilden sich nun kleine Pfirsiche an den Ästen. Ich bin mir nicht sicher, ob ich einige davon entfernen soll, damit der Baum seine Kraft auf die verbliebenen konzentrieren kann. Falls jemand da draussen schon Erfahrungen mit Pfirsichen hat, würde ich mich über den Rat freuen.

PfirsichMomentan blüht auch der Salatsenf (Brassica juncea). Im Gegensatz zu anderen Senf- und Kohlarten (ausser dem Gelbsenf) scheint er problemlos Samen anzusetzen, die kleinen schwarzen Käfer scheinen nicht sonderlich zu stören. Dieses Gemüse werde ich sicher auch weiterhin anbauen: es übersteht den Winter und alle Schneckenattacken, ich kann Samen gewinnen, die Ernte ist hervorragend, es sieht hübsch aus und schmeckt gut. Ich bin damit rundum zufrieden.

Salatsenf

Und zum Schluss noch eine ganz spezielle Pflanze, die ich mir gegönnt habe und aus Frankreich habe schicken lassen, weil sie im deutschsprachigen Raum nicht erhältlich ist (höchstens die Samen, aber die Keimung wollte mir bisher nie gelangen). Die Murtilla (Ugni molinae) ist eine kleine Beerenpflanze ebenfalls aus dem südlichen Südamerika, deren Beeren vom Geschmack her legendär sind. Die Beere ist intensiv rot, so gross wie eine Blaubeere und soll nach wilden Erdbeeren schmecken mit einem „rauchigen Nachgeschmack“. Das Problem mit dieser Pflanze ist, dass sie vermutlich nicht ganz frostfest ist. Ich werde sie daher vorerst in einem Topf kultivieren.

UgniMolinae1Die Pflanze hat bereits Blütenknospen, das heisst, ich kann vielleicht schon dieses Jahr von ihre Beeren kosten.

UgniMolinae2Grüne Grüsse!

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