Lasst uns das Australien-Projekt updaten!

Auf unserem Planeten gibt es unzählige Pflanzen, die das Potenzial zur Nutzpflanze haben. Nur ein winziger Bruchteil davon wird tatsächlich verwendet und noch weniger werden kultiviert. Australien ist ein ganzer Kontinent mit einer einzigartigen endemischen Flora, von der es gerademal eine Pflanze in den Handel geschafft hat: die Macadamia-Nuss.

Ich konnte mir die Samen einiger Spezies von jener terra incognita besorgen. Ein Teil davon ist gar nicht erst gekeimt; das übliche Problem bei Wildpflanzen, deren Kultur in der Regel schwerer ist. Die Arten, die ich zur Keimung bringen konnte, haben als Jungpflanzen den letzten Winter nicht überlebt. Ich habe sie deshalb noch einmal ausgesät und diesen Winter frostfrei überwintert (obwohl das heuer vielleicht gar nicht nötig gewesen wäre).

Billardiera longifloraDie Blaue Apfelbeere (Billardiera longiflora) ist die einzige Pflanze, die ich schon im ersten Jahr überwintert habe (weil nur ein Exemplar gekeimt ist) und ist deshalb schon zwei Jahre alt. Sie übersteht mindestens leichten Frost. Die Pflanze ist zu einer zierlichen Kletterpflanze mit vielen Ausläufern herangewachsen. Gegessen werden die blau-violetten Beeren, die nach Äpfeln schmecken sollen. Ich hoffe, dass sie dieses Jahr blühen wird und ich die Früchte degoustieren kann.

Bulbine bulbosaDie Knollige Bulbine (Bulbine bulbosa) keimt zuverlässig mit frischem Saatgut, mit älterem weniger gut. Drei Pflanzen sind noch gekeimt. Sie sind schneckenanfällig. Ein Zwiebelgewächs mit hübschen gelben Blüten, genutzt wird die Knolle. Die grasartigen Blätter werden überraschend lang.

Dianella congestaDie Küstenflachslilie (Dianella congesta) ist im ersten Winter eingegangen. Ich konnte drei Pflanzen wieder zum Keimen bringen. Eine hübsche Pflanze, die fächerartig wächst. Sie wurde von den australischen Ureinwohnern zweiseitig genutzt: Aus den Fasern wurden Körbe geflochten und die violetten Beeren wurden gegessen.

Microseris lanceolata

Vom Murnong (Microseris lanceolata) konnte ich erst letztes Jahr Saatgut bekommen. Murnong ist eines der bekannteren bush tucker. Es ist ein Doldenblütler, von dem wie bei der vewandten Karotte die Wurzel gegessen wird. Sie soll nach Kokonuss schmecken, was wahrscheinlich nicht der Wahrheit entspricht (alle Berichte verweisen dabei auf die selbe Quelle, was zur Vorsicht gemahnt). Die Keimung ging schnell und einfach, und bislang haben sich die Pflanzen als recht robust erwiesen.

Dieses Jahr werde ich übrigens auch über nutzbare Wildpflanzen aus Patagonien, Japan und China berichten können.

Grüne Grüsse!

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